Nega­tive Gedanken loswerden: 6 erprobte Tipps, die du sofort umsetzen kannst 

Nega­tive Gedanken kommen oft nicht laut, sondern ganz nebenbei. Du liest eine Nach­richt im Job und noch bevor Du richtig nach­ge­dacht hast, ist er da: „Das schaffe ich nie.“ Nach einem Gespräch bleibt nicht hängen, was gut war, sondern nur das, was vermeint­lich schief­ge­laufen ist. Ein Fehler, ein Blick, ein Satz reichen aus, und schon beginnt das Gedan­ken­ka­rus­sell. Die nega­tiven Gedanken kreisen, werden härter und ziehen Dich immer weiter in Selbst­zweifel, Druck oder innere Unruhe.

Viel­leicht kennst Du genau das: Nach außen funk­tio­nierst Du, aber inner­lich läuft ein ganz anderer Film. Du grübelst, spielst Situa­tionen immer wieder durch und findest trotzdem keine Ruhe. In meinen MBSR-Kursen begegne ich diesen Mustern sehr häufig. In diesem Artikel erfährst Du, warum nega­tive Gedanken entstehen, warum sie sich so hart­nä­ckig fest­setzen und mit welchen konkreten Tipps Du nega­tive Gedanken loswerden und dein Gedan­ken­ka­russel Schritt für Schritt beru­higen kannst.

Das Wich­tigste in Kürze zu nega­tiven Gedanken 

  • Nega­tives Denken ist weit verbreitet und erst einmal nichts Ungewöhnliches.
  • Typi­sche Sätze sind zum Beispiel „Ich bin nicht gut genug“, „Ich schaffe das nicht“ oder „Andere sind besser.“
  • Unter Stress werden nega­tive Gedanken meist stärker, weil das Gehirn schneller in einen inneren Alarm­modus schaltet.
  • Grübeln, destruk­tive Gedanken und alte Glau­bens­sätze können dazu führen, dass sich nega­tive Gedanken ständig im Kreis drehen und zu einem hart­nä­ckigen Gedan­ken­ka­russel werden.
  • Dauer­haftes nega­tives Denken kann Körper, Psyche und Verhalten belasten, etwa durch Schlaf­stö­rungen, innere Unruhe, Kopf- oder Nacken­schmerzen, Selbst­zweifel oder Perfektionismus.
  • Beson­ders hilf­reich sind kurze, konkrete Schritte wie Inne­halten, Atem­medi­ta­tion, Perspek­tiv­wechsel, acht­same Bewe­gung oder der Austausch mit anderen.
  • MBSR kann Dir helfen, nega­tive Gedanken bewusster wahr­zu­nehmen, nicht sofort zu glauben und gelas­sener mit ihnen umzugehen.
  • Auch Psycho­the­rapie oder die Kombi­na­tion von Therapie und MBSR können sinn­voll sein

Was ist nega­tives Denken?

Typi­sche nega­tive Gedanken laufen oft wie ein auto­ma­ti­scher Hinter­grund­film ab. Du merkst oft gar nicht sofort, dass da gerade kein neutraler Fakt in Deinem Kopf auftaucht, sondern eine harte Bewer­tung über Dich selbst, andere oder die Zukunft. Genau das macht solche Gedanken so tückisch. Sie klingen oft über­zeu­gend, obwohl sie eher Ausdruck von Druck, Erschöp­fung, Angst oder Unsi­cher­heit sind als eine realis­ti­sche Einschätzung.

Zu den häufigsten Sätzen gehören Gedanken wie: „Ich bin nicht gut genug“, „Ich schaffe das nicht“, „Andere sind besser“ oder „Ich werde bestimmt schei­tern.“ Auch Verall­ge­mei­ne­rungen wie „Alles läuft schief“ oder „Ich mache immer alles falsch“ sind typisch. Solche inneren Sätze ziehen das ganze Bild schnell ins Nega­tive. Ein einzelner Fehler wirkt dann plötz­lich wie ein Beweis dafür, dass grund­sätz­lich etwas mit Dir nicht stimmt. Schnell kann so das Gefühl entstehen, ständig unter Druck zu stehen, obwohl objektiv nicht jede Situa­tion bedroh­lich ist.

Wichtig ist: Solche Gedanken zu haben, bedeutet nicht, dass mit Dir etwas nicht stimmt. Nega­tives Denken ist sehr verbreitet. Sie tauchen bei Privat­per­sonen genauso auf wie bei Menschen mit viel Verant­wor­tung, etwa bei Führungs­kräften, Selbst­stän­digen oder Eltern im Dauer­stress. Der Unter­schied liegt oft nur darin, woran sich die Gedanken festmachen.

Wie kommt es, dass nega­tive Gedanken ständig kreisen?

Nega­tive Gedanken bleiben oft nicht bei einem einzelnen Satz stehen. Sie ziehen Kreise. Aus „Das war nicht gut“ wird schnell „Ich mache immer alles falsch.“ Aus „Das Gespräch war schwierig“ wird „Die anderen halten bestimmt nichts von mir.“ Viel­leicht kennst Du das. Genau hier beginnt das, was viele als Grübeln kennen. Du denkst dann nicht mehr lösungs­ori­en­tiert nach, sondern drehst Dich inner­lich immer wieder um dieselben Sorgen, Vorwürfe oder Befürch­tungen - du befin­dest dich in einem nicht endenden Gedankenkarussel.

Destruk­tive Gedanken haben dabei eine unan­ge­nehme Eigen­schaft: Sie fühlen sich oft vertraut an. Wenn Du über längere Zeit bestimmte innere Sätze mit Dir herum trägst, zum Beispiel „Ich darf keine Fehler machen“, „Ich muss stark sein“ oder „Ich bin nur wert­voll, wenn ich etwas leiste“, dann wirken diese Glau­bens­sätze irgend­wann wie Tatsa­chen. Sie laufen im Hinter­grund mit und färben Deinen Blick auf viele Situa­tionen, oft ohne dass Du es sofort merkst.

Glau­bens­sätze entwi­ckeln sich meist über Jahre hinweg. Sie entstehen durch Erfah­rungen in der Kind­heit, durch Schule, Familie, Bezie­hungen, Leis­tungs­druck oder beruf­liche Erwar­tungen. Gerade in jüngeren Jahren werden wir stark geprägt, und viele dieser Muster laufen später auto­ma­tisch weiter. Unter Stress werden sie meist noch stärker. Das Gehirn greift dann schneller auf bekannte Denk­bahnen zurück, weil es Sicher­heit und Kontrolle herstellen will. Das ist verständ­lich, hilft aber oft nicht wirk­lich weiter.

Der erste wich­tige Schritt ist deshalb nicht, Dich weeder für nega­tives Denken noch Gedan­ken­kreisen zu verur­teilen, sondern sie über­haupt als Muster zu erkennen. Erst wenn Du merkst: „Ah, ich grüble gerade wieder”, kannst Du beginnen, anders damit umzugehen.

Warum habe ich über­haupt so viele nega­tive Gedanken?

Diese Frage stellen sich viele Menschen. Und oft kommt noch eine zweite dazu: Warum wirkt es so, als hätten andere das viel besser im Griff? Die beru­hi­gende Antwort ist: Dein Gehirn ist nicht kaputt. Es macht nur das, wofür es ursprüng­lich gebaut wurde. Es will Gefahren früh erkennen, Probleme schnell bewerten und Dich möglichst sicher durch den Tag bringen.

Genau deshalb denkt unser Gehirn oft eher kritisch als entspannt. Aus Sicht des Über­le­bens ist das sinn­voll. Wer Risiken früh bemerkt, kann schneller reagieren. Das Problem ist nur: Dein Gehirn unter­scheidet nicht immer fein zwischen einer echten Bedro­hung und einer stres­sigen Mail, einem ange­spannten Meeting, einem kriti­schen Blick oder der Sorge, Erwar­tungen nicht zu erfüllen. Es springt schnell in einen inneren Alarm­modus und produ­ziert Gedanken, die eher absi­chern als beru­higen: „Pass auf“, „Das könnte schief­gehen“, „Mach bloß keinen Fehler“, „Du bist noch nicht gut genug.“

Dazu kommt, dass nega­tive Gedanken oft stärker hängen bleiben als posi­tive. Viel­leicht kennst Du das: Ein Lob ist schnell wieder vergessen, ein kriti­scher Kommentar beschäf­tigt Dich dagegen noch Stunden später. Auch das ist kein persön­li­cher Makel, sondern ein ziem­lich normales Muster. Unser Gehirn gewichtet Nega­tives oft stärker, weil es ihm wich­tiger erscheint. Für gestresste Menschen bedeutet das: Je höher die innere Anspan­nung, desto eher scannt der Kopf die Umge­bung nach Problemen, Schwä­chen und Worst-Case-Szenarien.

Wichtig ist: Nega­tive Gedanken bedeuten nicht auto­ma­tisch, dass sie wahr sind. Sie zeigen erst einmal nur, dass Dein System gerade auf Schutz, Kontrolle oder Alarm einge­stellt ist. Allein das zu verstehen, kann schon entlas­tend sein. Denn dann wird aus „Mit mir stimmt etwas nicht“ eher: „Mein Gehirn versucht gerade, mich zu schützen, nur leider auf eine Weise, die mir nicht wirk­lich hilft.“

Und mir ist an dieser Stelle beson­ders wichtig zu betonen: Nega­tives Denken ist nicht Deine Schuld. Das gilt auch für nega­tive Glau­bens­sätze. Viele dieser Muster entstehen früh, in einer Zeit, in der wir beson­ders formbar sind und unser Gehirn starke Verknüp­fungen aufbaut. Später greift es dann auto­ma­tisch auf diese Bahnen zurück. Das ist mensch­lich und veränderbar.

Welche Folgen hat nega­tives Denken?

Nega­tives Denken bleibt selten nur im Kopf. Wenn die destruk­tiven Gedanken häufiger auftau­chen oder sich über längere Zeit fest­setzen, können sie sich deut­lich auf Körper, Psyche und Verhalten auswirken. Genau deshalb lohnt es sich, sie ernst zu nehmen. Nicht, weil jeder einzelne Gedanke gleich proble­ma­tisch ist, sondern weil dauerndes Grübeln, innere Kritik und Kata­stro­phen­denken auf Dauer ziem­lich anstren­gend für Dein ganzes System sein können.

Körper­lich zeigt sich das oft früher, als viele denken. Wer ständig unter innerer Anspan­nung steht, spannt häufig unbe­wusst Muskeln an, vor allem im Kiefer, im Nacken oder im Rücken. Daraus können Kopf-, Nacken- und Rücken­schmerzen entstehen. Manche Menschen spüren eher Herz­rasen, innere Unruhe, flachen Atem oder einen dauer­haft erhöhten Blut­druck. Der Körper läuft dann gewis­ser­maßen im Alarm­modus, obwohl gerade keine akute Gefahr da ist. Das kostet Kraft und sorgt dafür, dass Du selbst in ruhigen Momenten nicht richtig runterkommst.

Psychisch machen sich nega­tives  Denken oft durch Erschöp­fung, Schlaf­stö­rungen und depres­sive Verstim­mungen bemerkbar. Wenn Dein Kopf abends nicht abschaltet, nimmst Du den Stress mit ins Bett. Du bist müde, aber inner­lich wach. Viel­leicht schläfst Du schlecht ein, wachst nachts auf oder fühlst Dich morgens trotzdem nicht erholt. Dazu kommt oft das Gefühl, ständig unter Druck zu stehen, obwohl objektiv gar nicht immer etwas Drin­gendes passiert. Auf Dauer kann das die Stim­mung belasten und dazu führen, dass Du Dich leer, gereizt oder hoff­nungslos fühlst.

Auch im Verhalten hinter­lässt nega­tives Denken deut­liche Spuren. Manche Menschen reagieren mit Perfek­tio­nismus, weil sie Fehler unbe­dingt vermeiden wollen. Andere geraten in Aktio­nismus und versu­chen, alles gleich­zeitig zu kontrol­lieren, damit bloß nichts schief­läuft. Wieder andere ziehen sich zurück, schieben Dinge auf oder zwei­feln ständig an sich selbst. Selbst­zweifel, Über­kon­trolle und das Gefühl, nie genug zu leisten, sind typi­sche Folgen solcher Denkmuster.

Das Tücki­sche ist, dass sich diese Muster mit der Zeit verstärken und chro­nisch werden können. Dauer­hafter Perfek­tio­nismus hält den inneren Druck hoch, selbst wenn der Arbeitstag längst vorbei ist. Du kontrol­lierst weiter, denkst weiter, spannst weiter an. Die Folge: Der Körper kommt nicht zur Ruhe, der Kiefer bleibt fest, der Nacken hart, der Schlaf unruhig. So entsteht schnell ein sich verstär­kender Kreis­lauf, in dem nega­tive Gedanken neue Symptome auslösen und diese Symptome wiederum neuen Stress produzieren.

Wie kann ich nega­tive Gedanken loswerden? 6 erprobte Tipps aus meiner Erfah­rung als MBSR-Lehrerin

Wenn nega­tive Gedanken kreisen, hilft es meist nicht, sie mit Gewalt wegdrü­cken zu wollen. Oft werden sie dadurch sogar noch lauter. Besser ist es, Deinem Kopf neue Wege anzu­bieten. Genau hier setzt MBSR an, also Mindful­ness-Based Stress Reduc­tion. Im Kern geht es darum, Gedanken, Gefühle und Körper­emp­fin­dungen bewusster wahr­zu­nehmen, statt auto­ma­tisch von ihnen mitge­rissen zu werden. Du trai­nierst eine acht­same Haltung und stärkst damit Deine Impuls­kon­trolle, also die Fähig­keit, zwischen Reiz und Reak­tion einen kleinen Moment von Bewusst­heit zu schaffen.

Hier sind sechs Stra­te­gien, die vielen meiner Kursteilnehmer:innen und Klient:innen im Alltag helfen.

1. Inne­halten und Gedanken sowie Gefühle benennen

Der erste Schritt ist oft der wich­tigste: kurz stoppen und wahr­nehmen, was gerade in Dir abläuft. Viele Menschen sind so schnell in ihren Gedan­ken­spi­ralen drin, dass sie nur noch das Ergebnis spüren, also Anspan­nung, Druck, Erschöp­fung oder schlechte Stim­mung. Hilf­rei­cher ist es, inner­lich einen kleinen Schritt zurück­zu­treten und Dir bewusst zu sagen: „Ich habe gerade den Gedanken, dass ich versage“ oder „Ich merke, dass da Angst und Druck auftauchen.“

Allein dieses Benennen schafft oft schon etwas Abstand. Du bist nicht Deine Gedanken, Du hast Gedanken. Ein hilf­rei­ches Bild ist ein Fluss: Deine Gedanken treiben vorbei wie Blätter auf dem Wasser. Manche sind unan­ge­nehm, manche laut, manche ziehen sofort Aufmerk­sam­keit auf sich. Aber nicht jeder Gedanke ist eine Wahr­heit, und nicht jedem musst Du hinter­her­springen. Genau dieses Abstand­nehmen ist ein wich­tiger Teil der acht­samen Haltung.

2. Neugierig werden: Wie könnte es auch sein?

Nega­tive Gedanken tun oft so, als wären sie die einzige Wahr­heit. Genau deshalb hilft Neugier. Statt auto­ma­tisch zu glauben, was Dein Kopf Dir erzählt, kannst Du bewusst gegen­fragen: „Ist das wirk­lich so?“, „Gibt es noch eine andere Sicht?“ oder „Was würde ich einem Menschen sagen, den ich mag, wenn er in dieser Situa­tion wäre?“

Diese Perspek­ti­ver­wei­te­rung ist kein Schön­reden. Es geht nicht darum, alles rosarot zu sehen, sondern realis­ti­scher und freund­li­cher auf Dich zu schauen. Aus „Ich werde sicher schei­tern“ kann zum Beispiel werden: „Ich bin gerade unsi­cher, aber das heißt noch nicht, dass es schief­geht.“ Aus „Alle anderen sind besser“ wird viel­leicht: „Andere wirken nach außen oft sicherer, aber ich kenne auch ihre Zweifel nicht.“ Solche kleinen inneren Verschie­bungen können erstaun­lich viel verändern.

3. Grübel­zeit einführen oder ein Gedan­ken­ta­ge­buch nutzen

Wenn Dein Kopf ständig kreist, kann es helfen, dem Grübeln einen festen Platz zu geben, statt es über den ganzen Tag verstreut laufen zu lassen. Eine bewährte Methode ist eine bewusste Grübel­zeit, zum Beispiel 15 bis 20 Minuten am frühen Abend. In dieser Zeit darf alles da sein: Sorgen, Befürch­tungen, Gedan­ken­schleifen, offene Fragen. Außer­halb dieser Zeit kannst Du Dir sagen: „Darum kümmere ich mich später.“

Ergän­zend ist ein Gedan­ken­ta­ge­buch oft sehr entlas­tend, beson­ders am Abend. Schreib auf, was Dich beschäf­tigt, welche Gedanken immer wieder auftau­chen und was sie in Dir auslösen. Das bringt oft mehr Klar­heit, als wenn alles nur im Kopf hin und her geschoben wird. Gleich­zeitig muss dein Gehirn dann nicht mehr dauernd versu­chen, alles fest­zu­halten. Für viele ist das ein wich­tiger Schritt, um vor dem Schla­fen­gehen etwas ruhiger zu werden.

4. Ein posi­tives Tage­buch führen und Dank­bar­keit bewusst üben

Wenn Dein Kopf im Stress­modus ist, richtet er seine Aufmerk­sam­keit vor allem auf Probleme. Deshalb ist es so hilf­reich, den Blick ganz bewusst auch auf das zu lenken, was gut war. Ein posi­tives Tage­buch muss gar nicht aufwendig sein. Oft reichen schon drei kurze Fragen am Abend: Was ist heute gut gelaufen? Worüber habe ich mich gefreut? Wofür bin ich dankbar?

Wichtig ist, dass Du konkret wirst. Nicht nur „Alles okay“, sondern eher: „Das Gespräch war ange­nehmer als erwartet“, „Ich habe mir heute zehn Minuten Ruhe gegönnt“ oder „Jemand hat mir eine liebe Nach­richt geschickt.“ Solche kleinen posi­tiven Erfah­rungen gehen im Alltag schnell unter. Wenn Du sie regel­mäßig wahr­nimmst, trai­nierst Du Deinen Fokus neu. Das ist kein künst­li­ches Posi­tiv­denken, sondern eine voll­stän­di­gere Wahr­neh­mung dessen, was tatsäch­lich da ist.

5. In Bewe­gung kommen und auf Deinen Körper hören

Nega­tive Gedanken sitzen nicht nur im Kopf, sie hängen oft eng mit körper­li­cher Anspan­nung zusammen. Deshalb ist Bewe­gung so hilf­reich. Sport kann ein guter Ausgleich sein, aber es muss nicht immer das große Trai­ning sein. Auch ein zügiger Spazier­gang, acht­sames Gehen, lockere Mobi­li­sa­tion, Dehnen oder ein kurzer Body­scan können helfen, wieder mehr im Körper anzukommen.

Die wich­ti­gere Frage ist oft: Was braucht Dein Körper gerade? Mehr Akti­vie­rung, weil Du inner­lich fest­hängst? Oder eher Beru­hi­gung, weil sowieso schon alles auf Hoch­span­nung läuft? Manchmal hilft Laufen, manchmal eher acht­sames Yoga, eine Atem­medi­ta­tion oder ein paar ruhige Minuten mit bewusster Dehnung für Kiefer, Nacken und Schul­tern. Wenn der Körper sich sicherer fühlt, wird oft auch der Kopf ruhiger. Genau deshalb sind körper­be­zo­gene Übungen im MBSR so wert­voll. Sie holen Dich aus dem Dauer-Denken heraus und bringen Dich wieder in unmit­tel­baren Kontakt mit Dir selbst.

6. Freund­schaften pflegen und genießen

Nega­tive Gedanken werden in der Isola­tion oft größer. Wenn Du alles mit Dir selbst ausmachst, klingt Deine innere Stimme schnell wie die abso­lute Wahr­heit. Gespräche mit anderen können genau das aufbre­chen. Ein ehrli­cher Austausch mit Menschen, denen Du vertraust, bringt oft Entlas­tung, neue Perspek­tiven und das Gefühl: Ich bin damit nicht allein.

Gerade unter Stress ziehen sich viele Menschen eher zurück, obwohl sie eigent­lich Nähe bräuchten. Deshalb lohnt es sich, Freund­schaften und soziale Kontakte nicht erst dann zu pflegen, wenn alles schon zu viel geworden ist. Schon ein Spazier­gang mit jemandem, ein offenes Gespräch oder ein Abend ohne Leis­tungs­modus kann viel bewirken. Nähe, Humor und echtes Verständnis sind oft wirk­samer gegen Gedan­ken­spi­ralen, als man im ersten Moment denkt 😊

⇒ Erfahre mehr zu dem am besten erforschten Stress­kon­zept MBSR in diesem Artikel hier.

Wann ist profes­sio­nelle Hilfe bei nega­tivem Denken und Gedan­ken­ka­rus­sell sinnvoll?

Nicht jeder nega­tive Gedanke ist gleich ein Zeichen dafür, dass Du sofort profes­sio­nelle Hilfe brauchst. Aber wenn Grübeln, innere Anspan­nung und destruk­tive Gedanken über längere Zeit anhalten, zu einem hart­nä­ckigen Gedan­ken­ka­rus­sell werden oder Deinen Alltag deut­lich belasten, ist Unter­stüt­zung oft sehr sinn­voll. Entschei­dend ist nicht, ob es Dir „schlecht genug“ geht, sondern ob Du merkst, dass Du allein nur schwer aus diesem Kreis­lauf herauskommst.

Ein sehr hilf­rei­cher Ansatz kann hier MBSR sein, also Mindful­ness-Based Stress Reduc­tion. Das Programm unter­stützt Dich dabei, nega­tive Gedanken nicht sofort zu glauben, sondern sie bewusster wahr­zu­nehmen und mit mehr Abstand zu betrachten. Genau das ist bei krei­senden Gedanken enorm wert­voll. Du trai­nierst, aus dem auto­ma­ti­schen Reak­ti­ons­modus auszu­steigen, Deine Körper­emp­fin­dungen früher zu bemerken und insge­samt gelas­sener mit Stress, Druck und innerer Unruhe umzugehen.

Viele erleben MBSR auch deshalb als so hilf­reich, weil es nicht nur am Denken ansetzt, sondern eine ganz­heit­liche Perspek­tive fördert. Du lernst, wieder mehr im Moment anzu­kommen, Deinen Körper als Anker zu nutzen und Dir selbst mit mehr Wohl­wollen zu begegnen. Das verän­dert oft nicht nur Deinen Umgang mit nega­tiven Gedanken, sondern auch Deine Haltung Dir selbst gegen­über. Genau das berichten viele Teil­neh­mende in meinen Kursen und Coachings, und ich kann diese Erfah­rung auch persön­lich sehr gut nachvollziehen.

In manchen Fällen ist auch Psycho­the­rapie eine gute und wich­tige Maßnahme. Vor allem dann, wenn die Belas­tung schon länger besteht, depres­sive Verstim­mungen zunehmen, Ängste stärker werden oder alte Erfah­rungen und Glau­bens­sätze eine große Rolle spielen. Eine Therapie kann helfen, die tieferen Ursa­chen hinter den nega­tiven Gedanken besser zu verstehen und Muster zu verän­dern, die sich über Jahre verfes­tigt haben.

Einige Psychotherapeut:innen empfehlen mich bereits, denn viele Menschen erleben gerade die Kombi­na­tion aus MBSR und Psycho­the­rapie als beson­ders wirksam. Das eine hilft Dir dabei, im Alltag bewusster mit Stress, Gedanken und Gefühlen umzu­gehen und mehr innere Stabi­lität aufzu­bauen. Das andere kann Dich dabei unter­stützen, belas­tende Hinter­gründe gründ­li­cher aufzu­ar­beiten und nach­hal­tige Verän­de­rungen anzu­stoßen. Beides zusammen wird deshalb oft als beson­ders effektiv erlebt. Schau gerne mal auf ein paar meiner 5 Sterne Rezen­sionen hier.

Bitte achte auch dich: Du musst nicht warten, bis gar nichts mehr geht. Unter­stüt­zung darfst Du Dir auch dann holen, wenn Du einfach merkst, dass Dir mehr Ruhe, Klar­heit und Entlas­tung guttun würden. Genau darin liegt oft ein sehr kraft­voller Schritt.

Fazit: Nega­tive Gedanken verstehen und Schritt für Schritt verändern

Nega­tives Denken ist nichts Unge­wöhn­li­ches. Sie gehören zum Mensch­sein dazu und tauchen gerade unter Stress oft schneller auf, als uns lieb ist. Entschei­dend ist nicht, ob sie über­haupt da sind, sondern wie sehr sie Deinen Alltag bestimmen. Wenn aus einzelnen kriti­schen Gedanken ein dauer­haftes Gedan­ken­ka­rus­sell wird, lohnt es sich, genauer hinzuschauen.

smile Die gute Nach­richt ist: Du musst Deinen Gedanken nicht hilflos ausge­lie­fert sein. Du kannst lernen, sie früher zu bemerken, mit mehr Abstand zu betrachten, anders mit ihnen umzu­gehen und neue Denk­muster zu entwi­ckeln. Genau dabei können MBSR, Body­scan, Atem­medi­ta­tion, Bewe­gung, kleine Schreib­übungen und echte Verbun­den­heit mit anderen Menschen sehr helfen.

Meine persön­liche Erfah­rung und die meiner Klient:innen zeigt: Fang dabei nicht zu groß an, sonst ist die Hürde, über­haupt mal etwas anders zu machen so groß. Oft reicht es schon, an einer Stelle im Alltag kurz inne­zu­halten, einen Gedanken zu benennen oder für drei Atem­züge bewusst bei Dir anzu­kommen. Der erste Schritt, mal etwas anders zu machen, ist oft der Schwie­rigste. Kleine Schritte wirken oft nach­hal­tiger als große Vorsätze. Und genau daraus entsteht mit der Zeit mehr innere Ruhe, mehr Klar­heit und ein freund­li­cherer Umgang mit Dir selbst.

Wenn Du merkst, dass nega­tives Denken, Grübeln und innere Anspan­nung in Deinem Alltag zu viel Raum einnehmen, kann MBSR ein wirk­samer Weg sein, um wieder mehr Ruhe, Klar­heit und Abstand zu finden. Du lernst, krei­sende Gedanken früher zu erkennen, gelas­sener mit Stress umzu­gehen und eine acht­same Haltung zu entwi­ckeln, die Dich auch im Berufs- und Fami­li­en­alltag trägt.

Wenn Du mehr darüber erfahren möch­test, wie MBSR Dir helfen kann, nega­tive Gedanken loszu­werden, dann schau Dich gern auf meiner MBSR-Seite um oder verein­bare ein kosten­freies, unver­bind­li­ches Gespräch. So kannst Du in Ruhe heraus­finden, ob MBSR gerade gut zu Dir und Deiner Situa­tion passt.

Julie Shimizu

Julie Shimizu

Als Coach & Trai­nerin für Stress­be­wäl­ti­gung unter­stützt sie Menschen und Unter­nehmen, die spüren: So wie bisher soll es nicht weiter­gehen – aber wie dann? Sie begleitet Menschen im Dauer­stress dabei, Heraus­for­de­rungen zu meis­tern, alte Muster loszu­lassen und neue Kraft zu schöpfen. Wie? Durch Acht­sam­keit und Selbst­mit­ge­fühl! Ohne Esoterik und „du mußt noch“, sondern neuro­wis­sen­schaft­lich basiert, inte­griert in den Alltag  und mit Mensch­lich­keit. Damit Du wieder beschwingt durchs Leben gehen kannst.