Warum es nicht egoistisch ist sich um sich selbst zu kümmern und wie du damit jetzt anfängst
Lass mich raten: Du denkst an deine Arbeit, Kund:innen, Termine, Kinder, deinen Partner oder deine Partnerin, deine Eltern und den Haushalt – und oft zuletzt an dich selbst. Vielleicht funktionierst du einfach weiter, obwohl du unruhig, angespannt oder innerlich längst erschöpft bist.
Willkommen im Club: Sich um sich selbst kümmern klingt einfach, fällt vielen Menschen aber überraschend schwer. Vielleicht hast du Sorge, egoistisch zu wirken, kennst deine eigenen Bedürfnisse kaum noch oder möchtest Selbstfürsorge nicht als weiteres To-do erleben.
Dabei bedeutet Selbstfürsorge nicht, andere zu vernachlässigen. Es geht darum, dich selbst wahrzunehmen, deine Bedürfnisse und Grenzen anzunehmen und im Alltag entsprechend zu handeln. In diesem Artikel erfährst du, wie du damit beginnen kannst – ohne zusätzlichen Selbstoptimierungsdruck.
Das Wichtigste in Kürze zu sich um sich selbst kümmern
- Sich um sich selbst zu kümmern bedeutet, die eigenen Bedürfnisse, Gefühle, Grenzen und Kräfte wahr und ernst zu nehmen.
- Zur Selbstfürsorge gehört auch, anzunehmen, dass deine Kraft manchmal erschöpft ist und du Ruhe, Entlastung oder Unterstützung brauchst.
- Sich um sich selbst zu kümmern ist nicht egoistisch: Du stellst dich nicht über andere, sondern beziehst dich selbst mit ein.
- Körpersignale, Gefühle und Verhaltensweisen können dir zeigen, was du gerade brauchst.
- Der PAUSE-Kompass hilft dir dabei, in 5 Schritten innezuhalten, achtsam wahrzunehmen, urteilsfrei anzunehmen und einen passenden nächsten Schritt zu gehen.
- Sich um sich selbst kümern ist kein weiteres Projekt. Manchmal bedeutet sie gerade, etwas wegzulassen, abzugeben oder weniger perfekt zu erledigen.
Was bedeutet es, sich um sich selbst zu kümmern?
Sich um sich selbst zu kümmern, bedeutet mehr, als dir ab und zu etwas Schönes zu gönnen. Ein freier Nachmittag, ein warmes Bad oder ein gutes Essen können wohltuend sein. Selbstfürsorge beginnt jedoch schon früher: damit, wahrzunehmen, wie es dir geht, was du brauchst und wo deine Kräfte an ihre Grenzen kommen.
Es bedeutet, deine Gefühle, Bedürfnisse und körperlichen Signale nicht dauerhaft zu übergehen. Ebenso wichtig ist es, das Wahrgenommene anzunehmen. Vielleicht bemerkst du, dass du erschöpft bist, eine Pause brauchst oder eine weitere Aufgabe nicht mehr übernehmen kannst. Für dich zu sorgen heißt dann, diese Realität nicht sofort abzuwehren oder dich dafür zu kritisieren.
Sich um sich selbst zu kümmern ist deshalb sowohl eine innere Haltung als auch konkretes Handeln. Es geht immer wieder um Fragen wie:
- Was brauche ich gerade?
- Wie stehe ich für mich ein?
- Was kann ich jetzt tun oder bewusst lassen?
Du musst darauf nicht immer sofort eine eindeutige Antwort haben. Schon die Bereitschaft, dir diese Fragen zu stellen, verändert etwas: Du kommst in deinem eigenen Leben wieder vor.
Warum es nicht egoistisch ist, sich um sich selber zu kümmern
Viele Menschen haben ein schlechtes Gewissen, wenn sie Zeit für sich brauchen, Nein sagen oder eigene Wünsche aussprechen. Vielleicht kennst du Gedanken wie: „Andere brauchen mich doch“, „Ich darf jetzt nicht so empfindlich sein“ oder „Ich kann nicht einfach an mich denken.“
Doch sich um sich selber zu kümmern heißt nicht:
„Ich bin wichtiger als alle anderen.“
Es heißt:
„Ich gehöre auch dazu.“
Fürsorge für andere und Fürsorge für dich selbst sind keine Gegensätze. Du darfst für Menschen da sein, die dir wichtig sind, und gleichzeitig darauf achten, dass du dich dabei nicht dauerhaft verausgabst. Deine Zeit, deine Kraft und deine Belastbarkeit sind nicht unbegrenzt.
Selbstfürsorge ist deshalb keine Rücksichtslosigkeit. Sie bedeutet, Verantwortung für dein eigenes Leben und für dich selbst zu übernehmen.
Warum fällt es so schwer, sich um sich selbst zu kümmern?
Viele Menschen haben früh gelernt, stark zu sein, zu funktionieren und niemandem zur Last zu fallen. Innere Sätze wie „Ich muss das allein schaffen“, „Ich darf niemanden enttäuschen“ oder „Ausruhen kann ich mich, wenn alles erledigt ist“ führen leicht dazu, dass die eigenen Bedürfnisse immer wieder warten müssen.
Pflichtbewusstsein, Verantwortungsgefühl und hohe Ansprüche sind grundsätzlich wertvolle Eigenschaften. Zusammen mit Perfektionismus können sie jedoch bewirken, dass du dich selbst dauerhaft hinten anstellst. Das betrifft zum Beispiel Eltern ebenso wie Selbstständige, Führungskräfte, Menschen in helfenden Berufen oder pflegende Angehörige.
Ich kenne dieses Muster aus meinem eigenen Leben. Mein Beruf war mir wichtig, gleichzeitig kümmerte ich mich um meine kranke Mutter und meine kleinen Kinder und wollte auch, daß der Haushalt gut läuft. In der Summe blieb kaum Raum für mich selbst.
Mein Körper sendete mir dabei deutliche Signale: Ich spürte immer wieder innere Unruhe und starke Verspannungen im Nacken. Lange nahm ich diese Beschwerden zwar wahr, verstand sie aber noch nicht als Hinweis darauf, dass ich dauerhaft unter Stress stand und nicht mehr gut für mich sorgte.
Nicht immer liegt der Grund für mangelnde Selbstfürsorge jedoch darin, dass wir zu wenig Zeit haben. Manchmal vermeiden wir bewusst oder unbewusst den Kontakt mit uns selbst. Viele Teilnehmende berichten mir, dass sie sich lieber mit Netflix, Instagram oder anderen Beschäftigungen ablenken, statt sich damit auseinanderzusetzen, was gerade wirklich los ist.
An dieser Ablenkung ist grundsätzlich nichts falsch. Schwierig wird es, wenn sie vor allem dazu dient, unangenehme Gefühle, innere Unruhe, traurige Gedanken oder die eigene Erschöpfung nicht bemerken zu müssen und dauerhaft zu ignorieren.
Wie erkennst du deine Bedürfnisse und Grenzen?
Viele Menschen können schnell sagen, was andere von ihnen erwarten. Deutlich schwieriger ist oft die Frage: „Was brauche ich selbst?“
Bedürfnisse melden sich nicht immer als klarer Gedanke. Häufig zeigen sie sich zunächst in deinem Körper, deinen Gefühlen oder deinem Verhalten. Vielleicht wirst du unruhig, obwohl äußerlich alles in Ordnung erscheint. Du reagierst gereizt, ziehst dich zurück, schläfst schlecht oder kannst dich kaum noch konzentrieren.
Solche Reaktionen sind nicht automatisch ein Beweis für ein bestimmtes Bedürfnis. Sie können aber ein Hinweis sein, genauer hinzuschauen:
- Hinter Erschöpfung kann ein Bedürfnis nach Schlaf, Ruhe oder Entlastung stehen.
- Gereiztheit kann darauf hinweisen, dass dir etwas zu viel geworden ist oder eine Grenze überschritten wurde.
- Innere Unruhe kann mit zu vielen offenen Aufgaben, fehlender Sicherheit oder zu wenigen Pausen zusammenhängen.
- Traurigkeit kann mit einem Bedürfnis nach Nähe, Trost oder Rückzug verbunden sein.
- Unzufriedenheit kann zeigen, dass dir Selbstbestimmung, Anerkennung oder Sinn fehlen.
- Körperliche Anspannung kann ein Hinweis darauf sein, dass du dich unter Druck fühlst oder etwas gegen deinen eigentlichen Wunsch tust.
Frage dich nicht: „Was stimmt mit mir nicht?“, sondern versuche, neugierig hinzuschauen:
- Was ist gerade wirklich los?
- Was fehlt mir?
- Wovon habe ich zu viel?
- Was würde die Situation ein kleines Stück leichter machen?
Manchmal ist die Antwort sehr konkret: etwas essen, zehn Minuten Ruhe oder ein klärendes Gespräch. Manchmal brauchst du länger, um herauszufinden, worum es eigentlich geht. Auch das ist in Ordnung.
Deine Bedürfnisse wahrzunehmen und anzunehmen bedeutet nicht, dass du sie jederzeit sofort erfüllen kannst. Es bedeutet zunächst, dass du weißt, was in dir vorgeht, und dich dafür nicht verurteilst. Darauf aufbauend kannst du prüfen, welche Handlungsmöglichkeiten du hast.
Der PAUSE-Kompass: 5 Schritte, um im Alltag gut für dich zu sorgen
Sich um sich selbst zu kümmern ist kein festes Programm, das für alle Menschen gleich aussieht. Der PAUSE-Kompass kann dir dabei helfen, mitten im Alltag kurz aus dem automatischen Funktionieren auszusteigen, dich zu orientieren und einen passenden nächsten Schritt zu wählen.
PAUSE steht für:
- P – Pausieren
- A – Achtsam wahrnehmen
- U – Urteilsfrei annehmen
- S – Schritt wählen
- E – Entsprechend handeln
Du musst dafür keine lange Meditation machen. Manchmal dauert eine PAUSE nur einige Atemzüge.

Viele Menschen können schnell sagen, was andere von ihnen erwarten. Deutlich schwieriger ist oft die Frage: „Was brauche ich selbst?“
Bedürfnisse melden sich nicht immer als klarer Gedanke. Häufig zeigen sie sich zunächst in deinem Körper, deinen Gefühlen oder deinem Verhalten. Vielleicht wirst du unruhig, obwohl äußerlich alles in Ordnung erscheint. Du reagierst gereizt, ziehst dich zurück, schläfst schlecht oder kannst dich kaum noch konzentrieren.
Solche Reaktionen sind nicht automatisch ein Beweis für ein bestimmtes Bedürfnis. Sie können aber ein Hinweis sein, genauer hinzuschauen:
- Hinter Erschöpfung kann ein Bedürfnis nach Schlaf, Ruhe oder Entlastung stehen.
- Gereiztheit kann darauf hinweisen, dass dir etwas zu viel geworden ist oder eine Grenze überschritten wurde.
- Innere Unruhe kann mit zu vielen offenen Aufgaben, fehlender Sicherheit oder zu wenigen Pausen zusammenhängen.
- Traurigkeit kann mit einem Bedürfnis nach Nähe, Trost oder Rückzug verbunden sein.
- Unzufriedenheit kann zeigen, dass dir Selbstbestimmung, Anerkennung oder Sinn fehlen.
- Körperliche Anspannung kann ein Hinweis darauf sein, dass du dich unter Druck fühlst oder etwas gegen deinen eigentlichen Wunsch tust.
Frage dich nicht: „Was stimmt mit mir nicht?“, sondern versuche, neugierig hinzuschauen:
- Was ist gerade wirklich los?
- Was fehlt mir?
- Wovon habe ich zu viel?
- Was würde die Situation ein kleines Stück leichter machen?
Manchmal ist die Antwort sehr konkret: etwas essen, zehn Minuten Ruhe oder ein klärendes Gespräch. Manchmal brauchst du länger, um herauszufinden, worum es eigentlich geht. Auch das ist in Ordnung.
Deine Bedürfnisse wahrzunehmen und anzunehmen bedeutet nicht, dass du sie jederzeit sofort erfüllen kannst. Es bedeutet zunächst, dass du weißt, was in dir vorgeht, und dich dafür nicht verurteilst. Darauf aufbauend kannst du prüfen, welche Handlungsmöglichkeiten du hast.
P – Pausieren: Unterbrich das automatische Funktionieren
Unterbrich für einen Moment das automatische Weitermachen. Vielleicht bemerkst du am Arbeitsplatz, in der Küche oder auf dem Weg zum nächsten Termin, dass du innerlich immer unruhiger wirst oder dich sehr müde fühlst.
Setze oder stelle dich bewusst hin. Spüre den Kontakt deiner Füße zum Boden oder deines Körpers zum Stuhl. Nimm ein oder zwei Atemzüge wahr, ohne deinen Atem verändern zu müssen.
Das Pausieren schafft einen kleinen Abstand zwischen dem, was gerade geschieht, und deiner gewohnten Reaktion. Statt automatisch weiterzumachen, gibst du dir die Möglichkeit zu prüfen, wie es dir wirklich geht.
A – Achtsam wahrnehmen: Wie geht es dir gerade?
Richte deine Aufmerksamkeit nun auf deinen Körper, deine Gefühle und Gedanken:
- Wie fühlt sich mein Körper an?
- Wo spüre ich Anspannung oder Enge?
- Gibt es auch Bereiche, die sich ruhig oder entspannt anfühlen?
- Welche Gefühle sind gerade da?
- Welche Gedanken beschäftigen mich?
- Wie viel Kraft habe ich im Moment?
Wenn du deine körperlichen Empfindungen, Gefühle und Gedanken frühzeitig wahrnimmst, kannst du reagieren, bevor Anspannung, Erschöpfung oder Gereiztheit überhandnehmen.
U – Urteilsfrei annehmen: Lass deine Bedürfnisse und Grenzen gelten
Wahrzunehmen, dass du erschöpft, traurig oder überfordert bist, ist das eine. Diese Erfahrung wirklich gelten zu lassen, fällt vielen Menschen noch schwerer.
Vielleicht tauchen sofort Bewertungen auf:
- „Ich stelle mich an.“
- „Ich will nicht so müde sein.“
- „Andere schaffen viel mehr.“
- „Ich muss einfach weitermachen.“
Urteilsfrei anzunehmen bedeutet, deine gegenwärtige Erfahrung nicht sofort zu bekämpfen oder abzuwerten. Du könntest dir stattdessen sagen:
- Ich erkenne an, dass mir das gerade zu viel ist.
- Ich darf eine Grenze haben.
- Ich darf Ruhe oder Unterstützung brauchen.
Annehmen heißt nicht, dass dir die Situation gefällt oder dass sie so bleiben muss. Es bedeutet, die Realität des Augenblicks anzuerkennen. Erst dann kannst du sinnvoll entscheiden, was du brauchst.
Sich um sich selber zu kümmern heißt auch, dich als ganzen Menschen anzunehmen: mit deinen Fähigkeiten und Stärken, aber ebenso mit deiner Verletzlichkeit, deiner begrenzten Kraft und deinen Bedürfnissen. Du musst nicht erst leistungsfähiger, belastbarer oder ausgeglichener werden, um fürsorglich mit dir umgehen zu dürfen.
S – Schritt wählen: Was brauchst du jetzt?
Frage dich:
Was brauche ich – und welcher kleine Schritt wäre jetzt hilfreich?
Vielleicht brauchst du etwas Körperliches wie eine Mahlzeit, Ruhe, Bewegung oder frische Luft. Vielleicht wünschst du dir ein Gespräch, Rückzug oder Unterstützung. Manchmal hilft es auch, eine Aufgabe abzugeben, einen Termin zu verschieben oder eine Grenze auszusprechen.
Prüfe dabei:
- Was ist heute wirklich notwendig?
- Was kann warten oder jemand anderes übernehmen?
- Wo reicht eine gute statt einer perfekten Lösung?
- Was würde mich jetzt ein wenig entlasten?
Selbstfürsorge bedeutet nicht immer, etwas zusätzlich zu tun. Oft besteht der passende Schritt darin, etwas wegzulassen oder bewusst Nein zu sagen.
E – Entsprechend handeln: Sorge konkret für dich
Im letzten Schritt setzt du deine Entscheidung um. Vielleicht machst du eine Pause, holst dir etwas zu essen, bittest um Unterstützung oder sprichst eine Grenze aus.
Formuliere deine Grenze möglichst früh und konkret, bevor du bereits erschöpft oder gereizt bist:
- „Ich brauche jetzt eine Pause.“
- „Ich kann diesen Teil übernehmen. Für den Rest brauche ich Unterstützung.“
- „Ich erledige heute Aufgabe X. Aufgabe Y übernimmst du bitte.“
„Ich kann das bis Freitag schaffen, wenn wir etwas anderes verschieben.“
Wenn deine Grenze bereits überschritten ist, reagierst du leichter mit Vorwürfen. Hilfreicher ist es, bei dir zu bleiben und klar zu benennen, was du brauchst, was du übernehmen kannst und wo du Unterstützung möchtest.
Eine Teilnehmerin meines Selbstfürsorge-Coachings stellte beispielsweise fest, dass es ihr schwerfiel, schwierige Gespräche ruhig zu führen, wenn sie hungrig war. Heute sagt sie in solchen Situationen: „Ich wollte gerade etwas essen. Lass mich bitte zuerst in Ruhe essen. Danach kann ich dir gut zuhören und auf dich eingehen.“ So nimmt sie ihr eigenes Bedürfnis ernst und schafft zugleich eine gute Grundlage für ein ruhiges und konstruktives Gespräch.
So integrierst du die PAUSE in deinen Alltag
Was im Alltag keinen Platz bekommt, geht zwischen Terminen und Verpflichtungen schnell verloren. Verbinde deine kurze PAUSE deshalb am besten mit einer Handlung, die ohnehin regelmäßig stattfindet:
- beim ersten Getränk am Morgen
- vor dem Öffnen des Computers
- vor dem Abendessen
- beim Wechsel zwischen zwei Terminen
- vor dem Schlafengehen
Du musst nicht jedes Mal alle fünf Schritte ausführlich durchgehen. Manchmal reicht die kurze Frage:
Wie geht es mir – und was brauche ich als Nächstes?
Die PAUSE soll dich nicht kontrollieren oder zu einer neuen Pflicht werden. Sie soll dich daran erinnern, dich selbst inmitten deiner Aufgaben nicht zu verlieren.
Wann Unterstützung sinnvoll ist, um wieder gut für dich zu sorgen
Vielleicht weißt du längst, dass du mehr Pausen brauchst, Grenzen setzen oder Aufgaben abgeben solltest – und fällst trotzdem immer wieder in alte Muster zurück. Eingespielte Stressreaktionen und hohe innere Ansprüche lassen sich nicht immer allein durch gute Vorsätze verändern.
Wenn das bei dir der Fall ist, lasse dich unterstützen durch meine achtwöchigen MBSR-Kurse zur Stressbewältigung mit Achtsamkeit. In diesem Kurs lernst du, deine Stressmuster und Körpersignale früher wahrzunehmen. Meditation, achtsame Körperwahrnehmung und sanfte Bewegungen helfen dir, bewusster mit belastenden Situationen umzugehen.
Wenn du an einer konkreten persönlichen Situation arbeiten möchtest, kann ein Selbstfürsorge-Coaching besser zu dir passen. Gemeinsam schauen wir, wo du dich selbst übergehst, welche Bedürfnisse und Grenzen du schwer annehmen kannst und welche Veränderungen sich realistisch in deinen Alltag integrieren lassen.
Meine MBSR-Kurse finden in Dossenheim bei Heidelberg und online statt. Hier findest du weitere Informationen zu den aktuellen Kursterminen und hier mehr zu meinem Achtsamkeitcoaching.
Fazit: Sich um sich selbst kümmern heißt, dich ganz anzunehmen
Sich um sich selbst zu kümmern beginnt nicht mit einer perfekten Morgenroutine oder einem aufwändigen Wellnessprogramm. Es beginnt damit, innezuhalten, wahrzunehmen, wie es dir geht, und deine Bedürfnisse und Grenzen anzunehmen.
Du darfst für andere da sein und gleichzeitig auf deine Kräfte achten. Du darfst Verantwortung übernehmen und Unterstützung brauchen. Du darfst leistungsfähig sein und dennoch Momente erleben, in denen deine Kraft erschöpft ist.
Deine Grenzen machen dich nicht weniger wertvoll. Sie gehören ebenso zu dir wie deine Stärken und Fähigkeiten.
Vielleicht kannst du heute mit einer kurzen PAUSE beginnen:
Pausiere. Nimm achtsam wahr, wie es dir geht. Erkenne urteilsfrei an, was gerade da ist. Wähle einen kleinen Schritt und handle entsprechend.
Wenn du merkst, dass du im Alltag immer wieder über deine Grenzen gehst oder nicht weißt, wie du alte Stressmuster verändern kannst, begleite ich dich gerne.
Mamas aufgepaßt: Hier geht es zum Artikel Selbstfürsorge als Mama. 5 achtsame Übungen für deinen Alltag.
Infos zum MBSR Konzept findest du hier, schaue dir auch gerne gleich mal hier die MBSR Übungen an.
FAQ
Was sind die 10 Säulen der Selbstfürsorge?
Ein häufig verwendetes Modell unterscheidet zehn Säulen der Selbstfürsorge: eine gesunde Tagesstruktur, soziale Kontakte und die Fähigkeit, sich abzugrenzen, Sport und Bewegung, Schönes und Genuss, Sinnstiftendes, erholsamen Schlaf, einen achtsamen Umgang mit Sorgen und Grübeln, Selbstüberwindung, Selbsterkenntnis sowie Selbstmitgefühl und Selbstakzeptanz. Die zehn Säulen sind jedoch keine weitere To-do-Liste, die du möglichst perfekt abarbeiten musst. Sie können dir vielmehr als Orientierung dienen: In welchen Lebensbereichen sorgst du bereits gut für dich – und wo würde dir ein kleiner, realistischer Schritt gerade besonders guttun?
Was bedeutet „sich um sich selbst kümmern“?
Sich um sich selbst zu kümmern bedeutet, das eigene Befinden, die persönlichen Bedürfnisse und die eigenen Grenzen wahrzunehmen, ernst zu nehmen und entsprechend zu handeln. Dazu gehören grundlegende Dinge wie ausreichend zu essen, zu trinken und zu schlafen ebenso wie Pausen einzulegen, Gefühle zuzulassen, Unterstützung anzunehmen oder freundlich und klar Nein zu sagen. Selbstfürsorge ist deshalb mehr als ein Wellnessabend oder eine gelegentliche Auszeit. Sie ist eine innere Haltung, mit der du dir zugestehst: Auch meine Gesundheit, meine Kraft und mein Wohlbefinden sind wichtig. Dabei geht es nicht darum, nur noch an dich selbst zu denken, sondern dich bei der Fürsorge für andere nicht dauerhaft zu übergehen.
Wie heißt es, wenn man sich um sich selbst kümmert?
Wenn du dich bewusst um deine körperlichen und seelischen Bedürfnisse kümmerst, nennt man das Selbstfürsorge – häufig wird auch der englische Begriff Selfcare verwendet. Selbstfürsorge bedeutet, wahrzunehmen, wie es dir geht, und Verantwortung für dein Wohlbefinden zu übernehmen. Das kann heißen, ausreichend zu essen und zu schlafen, Pausen zu machen, deine Grenzen zu achten oder dir in schwierigen Momenten mit Verständnis zu begegnen. Es geht also nicht nur darum, dir gelegentlich etwas Schönes zu gönnen, sondern dich und deine Bedürfnisse auch im normalen Alltag ernst zu nehmen.
Was hilft, wenn du dich erschöpft, überfordert oder fremdbestimmt fühlst?
Wenn dir alles zu viel ist, brauchst du meist nicht noch mehr Übungen, sondern zunächst Entlastung. Frage dich: Was muss heute wirklich erledigt werden? Was kann ich vereinfachen, absagen oder abgeben? Wen kann ich konkret um Unterstützung bitten?
Nicht alle Anforderungen lassen sich verändern. Du kannst aber prüfen, wo du Einfluss hast: etwa eine Frist neu verhandeln, Prioritäten klären oder Verantwortung mit anderen teilen. Manchmal ist eine Situation tatsächlich zu viel. Auch das anzuerkennen gehört dazu, wenn du dich um dich selber kümmern möchtest.
Ein Teilnehmer aus einem meiner MBSR-Kurse fühlte sich durch seine beruflichen und familiären Verpflichtungen fast nur noch fremdbestimmt. Seine Verantwortung konnte und wollte er nicht einfach aufgeben. Er begann jedoch, sich jeden Morgen 20 Minuten Zeit zu nehmen, um – wie er sagte – „zuerst einmal sich selbst zu begrüßen“. Die äußeren Anforderungen verschwanden dadurch nicht. Die kleine Routine half ihm aber, bewusster bei sich anzukommen, seinen Tag weniger fremdbestimmt zu beginnen und Stresssignale früher wahrzunehmen.
Was sind die 5 Ebenen der Selbstfürsorge?
Ein häufig verwendetes Modell unterscheidet fünf Ebenen der Selbstfürsorge: die körperliche, emotionale, mentale, soziale und spirituelle Ebene. Körperliche Selbstfürsorge umfasst beispielsweise ausreichend Schlaf, regelmäßige Mahlzeiten, Bewegung und Erholung. Auf emotionaler Ebene geht es darum, deine Gefühle wahrzunehmen und mitfühlend mit ihnen umzugehen. Mentale Selbstfürsorge bedeutet unter anderem, belastende Gedankenmuster zu erkennen, deinen Geist zur Ruhe kommen zu lassen oder dich mit Dingen zu beschäftigen, die dich interessieren. Zur sozialen Ebene gehören stärkende Beziehungen, Unterstützung und das Setzen gesunder Grenzen. Die spirituelle Ebene umfasst deine persönlichen Werte, die Frage nach dem Sinn und das Gefühl, mit etwas Größerem verbunden zu sein – etwa durch Natur, Meditation oder Glauben. Die fünf Ebenen sind keine weitere Checkliste, die du vollständig abarbeiten musst. Sie können dir vielmehr helfen zu erkennen, welcher Bereich in deinem Leben gerade mehr Aufmerksamkeit und Fürsorge braucht.

