Frau sitzt auf einer Bank auf einem Stef, der in einen See führt.

Medi­ta­tion für Gelas­sen­heit: 10 Minuten für mehr innere Ruhe im Alltag (inkl. Audio)

Kennst du solche Tage? Schon morgens ist der Kopf voller Gedanken. Die To-do-Liste ist lang, eine Nach­richt bringt dich aus der Ruhe und am Abend gehst du im Kopf noch einmal durch, was du heute alles nicht geschafft hast. Eigent­lich möch­test du abschalten – aber inner­lich läuft alles weiter.

Gerade wenn wir gestresst sind, lässt sich Gelas­sen­heit nicht einfach auf Knopf­druck herstellen. Medi­ta­tion kann dir aber helfen, einen anderen Umgang mit Stress, Gedanken und schwie­rigen Gefühlen zu entwi­ckeln. Nicht, indem du alles Unan­ge­nehme wegme­di­tierst. Sondern indem du lernst, früher wahr­zu­nehmen, was gerade in dir passiert, einen Moment inne­zu­halten und nicht sofort jedem Gedanken oder Impuls zu folgen.

In diesem Artikel erfährst du, wie Medi­ta­tion zu mehr Gelas­sen­heit beitragen kann, wie du innere Ruhe und Gelas­sen­heit im Alltag üben kannst und welche kleinen Verän­de­rungen dabei beson­ders hilf­reich sind. Und vor allem kannst du es direkt auspro­bieren: mit einer geführten 10-Minuten-Medi­ta­tion und einer kurzen Übung für stres­sige Momente.

Das Wich­tigste in Kürze zu Gelas­sen­heit und innerer Ruhe

  • Medi­ta­tion kann dir helfen, Stress­re­ak­tionen früher wahr­zu­nehmen und einen Moment innezuhalten.
  • Gelas­sen­heit bedeutet nicht, immer ruhig und entspannt zu sein.
  • Du übst, Gedanken und Gefühle wahr­zu­nehmen, ohne sofort darauf reagieren zu müssen.
  • Schon eine kurze Medi­ta­tion kann eine bewusste Pause im Alltag schaffen.
  • Mit regel­mä­ßiger Übung kann es leichter werden, auch in schwie­rigen Situa­tionen gelas­sener zu reagieren.

Medi­ta­tion für Gelas­sen­heit – 10 Minuten zum Mitmachen

Wenn du gerade ange­spannt bist, deine Gedanken kreisen oder du dir einfach einen Moment Ruhe wünschst, probiere die folgende Medi­ta­tion für mehr Gelas­sen­heit aus. Du brauchst dafür nichts weiter als etwa zehn Minuten und einen Ort, an dem du möglichst unge­stört bist.

Du kannst im Sitzen, Liegen oder Stehen medi­tieren und die Augen schließen oder offen lassen – so, wie es sich für dich gerade ange­nehm anfühlt. Es geht nicht darum, beson­ders gut zu medi­tieren oder einen bestimmten Zustand zu errei­chen. Viel­leicht wirst du ruhiger. Viel­leicht bemerkst du auch erst einmal, wie viel gerade in dir los ist. Beides darf sein.

In der Medi­ta­tion rich­test du deine Aufmerk­sam­keit zunächst auf deinen Körper und den Kontakt zum Boden. Anschlie­ßend begleitet dich der Atem dabei, immer wieder im gegen­wär­tigen Moment anzu­kommen. Gedanken, Gefühle und Körper­emp­fin­dungen dürfen auftau­chen, ohne dass du sie sofort verän­dern oder eine Lösung finden musst.

Nimm dir jetzt zehn Minuten Zeit und probiere die geführte Medi­ta­tion von mir aus.

10 min Medi­ta­tion für Gelassenheit 

von Julie Shimizu

Wie geht es dir jetzt? Viel­leicht fühlst du dich etwas ruhiger oder inner­lich weiter. Viel­leicht hat sich kaum etwas verän­dert. Auch das gehört zur Meditation.

Entschei­dend ist nicht, einen bestimmten Zustand herzu­stellen. Es geht darum, wahr­zu­nehmen, was gerade da ist und dem für einen Moment Raum zu geben.

Was bedeutet Gelas­sen­heit – und was hat Medi­ta­tion damit zu tun?

Gelas­sen­heit bedeutet nicht, dass dich nichts mehr aufregt, belastet oder berührt. Es geht viel­mehr darum, auch in schwie­rigen Situa­tionen inner­lich etwas Spiel­raum zu behalten. Du nimmst wahr, was gerade in dir passiert – zum Beispiel Ärger, Anspan­nung oder krei­sende Gedanken – ohne sofort darauf reagieren zu müssen.

Eine Teil­neh­merin aus einem meiner MBSR-Kurse, nennen wir sie Lena, beschrieb eine Situa­tion, die viele kennen: Eine Bemer­kung ihres Part­ners ärgerte sie. Sie spürte sofort, wie sich ihr Körper anspannte und ihr bereits eine scharfe Antwort auf der Zunge lag. Statt unmit­telbar zu reagieren, nahm sie zunächst wahr: Ich bin gerade richtig ärger­lich. Der Ärger war dadurch nicht verschwunden. Aber es entstand ein kurzer Moment, in dem sie bewusster entscheiden konnte, was sie sagen wollte.

Genau hier kann Medi­ta­tion Gelas­sen­heit fördern. Du übst, inne­zu­halten, Gedanken, Gefühle und Körper­emp­fin­dungen bewusster wahr­zu­nehmen und nicht sofort nach einer Lösung zu suchen. So kann nach und nach mehr Raum zwischen dem entstehen, was geschieht, und deiner Reak­tion darauf.

Gelas­sen­heit heißt also nicht, alles hinzu­nehmen. Sie gibt dir viel­mehr die Möglich­keit, bewusster zu entscheiden, wie du mit einer Situa­tion umgehen möchtest.

Die Beispiele in diesem Artikel stammen aus meiner Arbeit mit MBSR-Teil­neh­menden. Namen und persön­liche Details wurden zum Schutz der Teil­neh­menden anony­mi­siert und teil­weise leicht verändert.

Wie hilft Medi­ta­tion dabei, gelas­sener zu werden?

Medi­ta­tion kann dir helfen, deine inneren Reak­tionen früher wahr­zu­nehmen. Du bemerkst eher, wenn sich dein Körper anspannt, der Atem flacher wird, Gedanken kreisen oder starke Gefühle auftauchen.

Statt auto­ma­tisch in diese Reak­tion hinein­zu­rut­schen, übst du, einen Moment inne­zu­halten und wahr­zu­nehmen, was gerade passiert.

Gedanken wahr­nehmen, ohne ihnen sofort zu glauben

„Das geht bestimmt schief.“ – „Ich schaffe das nicht.“ – „Bestimmt ist sie sauer auf mich.“

Solche Gedanken können sich sehr über­zeu­gend anfühlen. Medi­ta­tion verhin­dert nicht, dass sie auftau­chen. Du lernst aber, sie bewusster wahr­zu­nehmen und nicht jeden Gedanken sofort für eine Tatsache zu halten:

Das ist gerade ein Gedanke – nicht auto­ma­tisch eine Tatsache.

Diesen Unter­schied habe ich auch durch meine eigene Acht­sam­keits­praxis kennen­ge­lernt. Gedanken verschwinden dadurch nicht einfach. Aber ich kann heute eher bemerken, wenn ich ins Grübeln gerate, und wohl­wol­lender damit umgehen, statt jeden Gedanken endlos weiterzuverfolgen.

Viel­leicht kennst du das eben­falls: Aus der Sorge vor einem schwie­rigen Gespräch entsteht im Kopf inner­halb weniger Minuten ein ganzes Szenario. Der andere wird ableh­nend reagieren, du wirst nicht die rich­tigen Worte finden und am Ende geht alles schief.

In der Medi­ta­tion übst du, solche Gedanken wahr­zu­nehmen: Da ist gerade Sorge. Da sind viele Gedanken.

Der Gedanke muss dafür nicht verschwinden. Aber du musst ihm auch nicht weiter folgen.

Wenn du häufig ins Grübeln gerätst oder belas­tende Gedanken nur schwer loslassen kannst, findest du in meinem Artikel „Nega­tive Gedanken loswerden“ weitere konkrete Übungen, die dir helfen können, mehr Abstand zu deinen Gedanken zu gewinnen.

Gefühle wahr­nehmen, ohne sofort zu handeln

Auch Gefühle wie Ärger, Angst oder Unsi­cher­heit dürfen da sein. Solche Gefühle sind mensch­lich. In der Medi­ta­tion üben wir jedoch, sie wahr­zu­nehmen, ohne sie sofort verän­dern zu müssen oder aus ihnen heraus zu handeln.

Florian, eben­falls Teil­nehmer eines meiner MBSR-Kurse, kannte diesen Impuls aus seinem Berufs­alltag. Nach einer kriti­schen Rück­mel­dung wollte er sich sofort vertei­digen. Gleich­zeitig bemerkte er die Anspan­nung im Körper und den Gedanken: Das ist unfair.

Genau an diesem Punkt setzt die Acht­sam­keits­praxis an. Ärger muss nicht unmit­telbar in einer scharfen Antwort münden. Unsi­cher­heit muss nicht auto­ma­tisch zu stun­den­langem Grübeln führen. Zunächst kann Florian wahr­nehmen: Da ist gerade Ärger.

Das bedeutet nicht, Gefühle zu unter­drü­cken. Im Gegen­teil: Du nimmst sie ernst, ohne ihnen sofort die Führung zu überlassen.

Mit Medi­ta­tionen einen Spiel­raum zwischen Reiz und Reak­tion entstehen lassen

Genau hier liegt eine wich­tige Verbin­dung zwischen Medi­ta­tion und Gelas­sen­heit. Je besser du wahr­nimmst, was in dir passiert, desto eher entsteht ein kleiner Spiel­raum zwischen einer Situa­tion und deiner Reak­tion darauf.

Bei Florian zeigte sich das zum Beispiel bei einer kriti­schen E-Mail. Früher wollte er am liebsten sofort antworten und sich recht­fer­tigen. Mit etwas Übung entwi­ckelte sich ein anderer Ablauf:

Kriti­sche E-Mail → Anspan­nung wahr­nehmen → kurz inne­halten → Gedanken und Gefühle bemerken → bewusst entscheiden, wie und wann antworten.

Manchmal beant­wor­tete Florian die Nach­richt erst später. Manchmal formu­lierte er seine Antwort und las sie noch einmal, bevor er sie abschickte. Er war viel­leicht noch immer verär­gert, konnte seinen Ärger aber anders ausdrücken. 

Gelas­sen­heit bedeutet also nicht, dass dich schwie­rige Situa­tionen nicht mehr berühren. Sie bedeutet, dass du ihnen weniger ausge­lie­fert bist und mehr Wahl­mög­lich­keiten hast.

Wie finde ich innere Ruhe und Gelassenheit?

Wenn du inner­lich unruhig bist, liegt es nahe, möglichst schnell wieder ruhig werden zu wollen. Doch je stärker wir versu­chen, unan­ge­nehme Gedanken oder Gefühle loszu­werden, desto mehr beschäf­tigen sie uns manchmal.

Ein anderer Weg besteht darin, zunächst wahr­zu­nehmen, was gerade da ist. Wie fühlt sich dein Körper an? Wie atmest du? Welche Gedanken gehen dir durch den Kopf? Welche Gefühle sind da?

Medi­ta­tion hilft dir, immer wieder aus dem Denken ins unmit­tel­bare Erleben zurück­zu­kehren. Der Atem, die Füße auf dem Boden oder der Kontakt des Körpers zum Stuhl können dabei zu einem Anker werden.

Innere Ruhe lässt sich aller­dings nicht erzwingen. Manchmal stellt sie sich während einer Medi­ta­tion ein, manchmal nicht. Gelas­sen­heit geht deshalb über Entspan­nung hinaus: Entspan­nung beschreibt eher einen Zustand. Gelas­sen­heit ist eine Haltung gegen­über dem, was du gerade erlebst.

Du kannst vor einem wich­tigen Gespräch nervös sein und trotzdem gelassen handeln. Du kannst über eine Nach­richt verär­gert sein und trotzdem entscheiden, nicht sofort zu antworten.

Mehr innere Ruhe und Gelas­sen­heit entstehen also nicht dadurch, dass du Stress voll­ständig aus deinem Leben verbannst. Du lernst viel­mehr, auch in unru­higen Momenten bei dir zu bleiben und bewusster mit dem umzu­gehen, was gerade geschieht.

Was ist, wenn ich beim Medi­tieren keine innere Ruhe finde?

Manchmal ist es bei mir so: Ich setze mich hin und möchte medi­tieren – und plötz­lich ist mein Kopf voller Gedanken. Gedanken springen von einem Thema zum nächsten, der Körper ist unruhig und von innerer Ruhe keine Spur.

Gerade bei einer Medi­ta­tion für Gelas­sen­heit kann das zunächst irri­tie­rend sein. Schließ­lich wollte ich doch ruhiger werden.

Doch Medi­ta­tion bedeutet nicht, dass die Gedanken aufhören müssen.

Wenn ich gestresst bin, bemerke ich viel­leicht erst beim Medi­tieren, wie viel Anspan­nung tatsäch­lich da ist. Es gibt noch eine unbe­ant­wor­tete E-Mail, für die ich noch eine Antwort suche, ich über­lege, was ich noch alles in welcher Reihen­folge erle­digen möchte etc. Viel­leicht kennst du das auch.

Die Übung besteht nicht darin, diese Gedanken wegzu­drü­cken. Ich kann statt­dessen bemerken: Da sind gerade viele Gedanken. Da ist Unruhe.

Dann bringe ich meine Aufmerk­sam­keit freund­lich zurück zum Atem oder zum Körper. Wenn erneut Gedanken auftau­chen, nehme ich sie wahr, lasse sie da sein und kehre wieder zurück.

Genau das ist die Übung.

Medi­ta­tion und Gelas­sen­heit hängen also nicht deshalb zusammen, weil du in der Medi­ta­tion voll­kommen ruhig werden musst. Du übst viel­mehr, nicht gegen deine Erfah­rung anzu­kämpfen und dich nicht sofort von ihr mitreißen zu lassen. Mit der Zeit kann sich dadurch mehr innere Ruhe entwi­ckeln – sie muss aber nicht das unmit­tel­bare Ziel jeder Medi­ta­tion sein.

Wie kann ich Gelas­sen­heit im Alltag üben?

Gelas­sen­heit und innere Ruhe entwi­ckeln sich vor allem dadurch, dass du sie in kleinen Alltags­si­tua­tionen immer wieder übst. Nicht erst dann, wenn du eine halbe Stunde Zeit für Medi­ta­tion hast.

Du kannst beispiels­weise bewusst wahr­nehmen, wenn du an einer roten Ampel unge­duldig wirst, dich über eine E-Mail ärgerst oder beim Warten an der Super­markt­kasse merkst, wie du inner­lich immer hekti­scher wirst.

Solche Momente sind kleine Übungs­felder: kurz stoppen, den Körper spüren, einen Atemzug wahr­nehmen und bemerken, was gerade in dir passiert.

Genau darum geht es auch in der folgenden 1-Minuten-Meditation.

1-Minuten-Medi­ta­tion für mehr Gelas­sen­heit – die STOP-Methode von meinem MBSR Kurs

Nicht immer hast du zehn Minuten Zeit für eine Medi­ta­tion. Und häufig brauchst du Gelas­sen­heit gerade dann, wenn eigent­lich keine Zeit dafür zu sein scheint: fünf Minuten vor einem Termin, mitten in einem Konflikt oder zwischen zwei Aufgaben.

Dafür eignet sich die STOP-Methode aus meinem MBSR Kurs. Sie dauert nur etwa eine Minute und lässt sich fast überall anwenden.

S – Stop: Halte kurz inne. Unter­brich für einen Moment das, was du gerade tust.

T – Take a breath: Richte deine Aufmerk­sam­keit auf deinen Atem. Spüre ein oder zwei Atem­züge, ohne sie verän­dern zu müssen.

O – Observe: Nimm wahr, was gerade in dir passiert. Was spürst du im Körper? Welche Gedanken und Gefühle sind da? Beob­achte zunächst, ohne sofort zu bewerten oder nach einer Lösung zu suchen.

P – Proceed: Frage dich: Was ist jetzt ein hilf­rei­cher nächster Schritt? Und dann gehe bewusst weiter.

Lena nutzte eine solche kurze Pause zum Beispiel in einer stres­sigen Situa­tion zu Hause. Sie wollte noch schnell etwas fertig­stellen, wurde gleich­zeitig mehr­fach ange­spro­chen und merkte, wie sie zuneh­mend gereizt wurde. Statt sofort unge­halten zu reagieren, hielt sie kurz inne, nahm einen Atemzug bewusst wahr und bemerkte: Ich bin gerade ange­spannt und überfordert.

Viel­leicht war sie danach immer noch genervt. Aber zwischen dem Ärger und ihrer Reak­tion war ein kleiner Moment entstanden. Dieser Zwischen­raum gab ihr die Möglich­keit, bewusster und wohl­wol­lender zu reagieren. Genau solche kurzen Pausen können dabei helfen, die Haltung aus der Medi­ta­tion nach und nach in den Alltag zu übertragen.

Wie wird aus Medi­ta­tion mehr Gelas­sen­heit im Alltag?

Die eigent­liche Wirkung von Medi­ta­tion zeigt sich nicht nur während der Übung, sondern vor allem im Alltag.

Wenn wir regel­mäßig medi­tieren, lernen wir unsere persön­li­chen Stress­si­gnale besser kennen. Bei manchen Menschen sind es verspannte Schul­tern, andere werden hekti­scher, reden schneller oder versu­chen plötz­lich, mehrere Dinge gleich­zeitig zu erle­digen. Wieder andere merken Stress vor allem daran, dass ihr Kopf nicht mehr aufhört zu planen und Probleme zu lösen.

Sabine, eine Teil­neh­merin aus einem meiner MBSR-Kurse, bemerkte ihren Stress häufig erst spät. Nach einem anstren­genden Arbeitstag kam sie nach Hause und funk­tio­nierte einfach weiter: Essen machen, Nach­richten beant­worten, Haus­halt erle­digen. Inner­lich war sie aber noch immer bei den Problemen des Tages.

Durch die regel­mä­ßige Acht­sam­keits­praxis fiel ihr zuneh­mend früher auf: Ich bin gerade völlig angespannt.

Statt sofort mit der nächsten Aufgabe weiter­zu­ma­chen, nahm sie sich für einen Moment Zeit. Sie spürte ihre Füße auf dem Boden und beob­ach­tete einige Atem­züge. Die Aufgaben waren danach nicht verschwunden. Aber Sabine hatte etwas Abstand gewonnen, bevor sie weitermachte.

Genau darum geht es beim Transfer: Medi­ta­tion findet nicht nur auf dem Medi­ta­ti­ons­kissen statt. Das, was du während der Übung trai­nierst – wahr­nehmen, inne­halten und bewusster reagieren –, kann zuneh­mend mitten im Leben verfügbar werden.

So kann aus Medi­ta­tion mehr Gelas­sen­heit im Alltag entstehen: nicht, weil schwie­rige Situa­tionen verschwinden, sondern weil du sie früher bemerkst und immer wieder die Möglich­keit bekommst, neu zu entscheiden.

Wie oft sollte ich medi­tieren, um gelas­sener zu werden?

Schon eine einzelne Medi­ta­tion kann helfen, inne­zu­halten und für einen Moment aus dem Gedan­ken­ka­rus­sell auszu­steigen. Wenn du regel­mäßig medi­tierst, wird dir diese Art des Wahr­neh­mens jedoch zuneh­mend vertrauter.

Dabei geht es nicht darum, jeden Tag beson­ders lange zu medi­tieren. Gerade am Anfang kann es hilf­rei­cher sein, mit einer über­schau­baren Zeit zu beginnen, die tatsäch­lich in deinen Alltag passt – zum Beispiel zehn Minuten.

Mit zuneh­mender Übung wirst du merken, dass du dich besser konzen­trieren und länger medi­tieren kannst und wie hilf­reich das ist.

Wichtig ist die Regel­mä­ßig­keit. Jedes Mal, wenn du bemerkst, dass deine Gedanken abge­schweift sind, und deine Aufmerk­sam­keit wieder zurück­bringst, übst du genau das, was dir später auch im Alltag helfen kann: wahr­nehmen, inne­halten und neu ausrichten.

Auch hier gilt: Der Erfolg einer Medi­ta­tion lässt sich nicht daran messen, ob du anschlie­ßend voll­kommen entspannt bist. Entschei­dend ist, dass du immer wieder übst, bewusster mit Gedanken, Gefühlen und Stress­re­ak­tionen umzugehen.

Wenn du merkst, dass Stress längst zum Dauer­zu­stand geworden ist, reicht eine kurze Medi­ta­tion allein oft nicht aus. Dann kann es sinn­voll sein, die eigenen Stress­muster genauer kennen­zu­lernen und über einen längeren Zeit­raum neue Möglich­keiten im Umgang damit einzu­üben. In meinem Artikel „Wie es dir gelingt, in 8 Wochen aus dem Stress­kreis­lauf auszu­steigen“ erfährst du mehr darüber.

→ Wie es dir gelingt in 8 Wochen aus dem Stress­kreis­lauf auszu­steigen findest du in diesem Artikel hier.

Fazit:Gelassenheit beginnt mit einem Moment des Innehaltens

Gelas­sen­heit bedeutet nicht, immer ruhig zu bleiben, keine schwie­rigen Gedanken mehr zu haben oder sich über nichts mehr zu ärgern. Das wäre weder realis­tisch noch notwendig.

Medi­ta­tion kann dir jedoch helfen, anders mit diesen Erfah­rungen umzu­gehen. Du lernst deine Stress­re­ak­tionen besser kennen, bemerkst Gedanken früher und übst, Gefühle wahr­zu­nehmen, ohne sofort aus ihnen heraus handeln zu müssen.

Manchmal beginnt dieser Unter­schied mit einem einzigen Atemzug.

Viel­leicht hast du bei der Medi­ta­tion in diesem Artikel schon gespürt, wie es sich anfühlt, für einige Minuten aus dem stän­digen Tun auszu­steigen und einfach wahr­zu­nehmen, was gerade da ist. Mit regel­mä­ßiger Übung kann dir diese Haltung zuneh­mend vertrauter werden – nicht nur während der Medi­ta­tion, sondern auch mitten im Alltag.

Du möch­test Acht­sam­keit und Gelas­sen­heit weiter vertiefen?

Wenn du merkst, dass dir die Medi­ta­tion guttut und du einen gelas­se­neren Umgang mit Stress entwi­ckeln möch­test, begleite ich dich gerne dabei.

In meinen MBSR-Kursen in Heidel­berg und online lernst du über acht Wochen, Acht­sam­keit syste­ma­tisch zu üben, deine persön­li­chen Stress­muster besser zu erkennen und die Übungen Schritt für Schritt in deinen Alltag zu übertragen.

Wenn du lieber indi­vi­duell arbeiten möch­test, kann ein acht­sam­keits­ba­siertes 1:1-Coaching passend für dich sein. Dort schauen wir gemeinsam auf deine persön­liche Situa­tion und darauf, was dir helfen kann, mit Stress, belas­tenden Gedanken und eigenen Grenzen bewusster umzugehen.

Schau dir meine MBSR-Kurse und Coaching-Ange­bote an und finde heraus, was zu dir und deinem Alltag passt. Meine MBSR-Kurse finden in Dossen­heim bei Heidel­berg und online statt. Hier findest du weitere Infor­ma­tionen zu den aktu­ellen Kurs­ter­minen und hier mehr zu meinem Acht­sam­keitcoa­ching.

FAQ: Häufige Fragen zu Medi­ta­tion für mehr Gelas­sen­heit und innere Ruhe

Kann ich Gelas­sen­heit durch Medi­ta­tion lernen?

Gelas­sen­heit lässt sich nicht wie eine Technik auf Knopf­druck herstellen. Medi­ta­tion kann dir jedoch helfen, Fähig­keiten zu üben, die einen gelas­se­neren Umgang mit Stress unter­stützen: inne­halten, Körper­re­ak­tionen wahr­nehmen, Gedanken als Gedanken erkennen und Gefühle aushalten, ohne sofort zu handeln.

Mit regel­mä­ßiger Praxis kann es leichter werden, diese Haltung auch in schwie­rigen Alltags­si­tua­tionen abzurufen.

Wie lange sollte eine Medi­ta­tion für Gelas­sen­heit dauern?

Es gibt keine feste Mindest­dauer. Bereits wenige Minuten können eine hilf­reiche Pause im Alltag sein. Wenn du gerade erst anfängst, sind zehn Minuten oft leichter in den Alltag zu inte­grieren als lange Medi­ta­tionen. Viel­leicht fällt dir zuneh­mend auch auf, dass es hilf­reich ist, länger zu meditieren.

Entschei­dender als die Dauer ist, regel­mäßig zu üben. An beson­ders stres­sigen Tagen kann auch eine einmi­nü­tige STOP-Pause sinn­voll sein.

Ist Medi­ta­tion auch bei starkem Stress geeignet?

Gerade bei Stress kann Medi­ta­tion hilf­reich sein, weil du lernst, deine körper­li­chen und gedank­li­chen Stress­re­ak­tionen bewusster wahr­zu­nehmen. Gleich­zeitig kann es vorkommen, dass dir deine Anspan­nung während der Medi­ta­tion zunächst sogar deut­li­cher auffällt.

Du musst dann nicht versu­chen, dich unbe­dingt zu beru­higen. Bleibe möglichst bei einer einfa­chen Wahr­neh­mung des Atems, der Füße auf dem Boden oder anderer Körper­emp­fin­dungen. Wenn sich eine Medi­ta­tion für dich sehr unan­ge­nehm oder über­for­dernd anfühlt, kannst du die Übung jeder­zeit unter­bre­chen und dir bei Bedarf Unter­stüt­zung holen.

Julie Shimizu

Julie Shimizu

Als Coach & Trai­nerin für Stress­be­wäl­ti­gung unter­stützt sie Menschen und Unter­nehmen, die spüren: So wie bisher soll es nicht weiter­gehen – aber wie dann? Sie begleitet Menschen im Dauer­stress dabei, Heraus­for­de­rungen zu meis­tern, alte Muster loszu­lassen und neue Kraft zu schöpfen. Wie? Durch Acht­sam­keit und Selbst­mit­ge­fühl! Ohne Esoterik und „du mußt noch“, sondern neuro­wis­sen­schaft­lich basiert, inte­griert in den Alltag  und mit Mensch­lich­keit. Damit Du wieder beschwingt durchs Leben gehen kannst.